Sweeping panoramic view of the turquoise Min River surging through the ancient Fish Mouth water bypass at Dujiangyan

Dujiangyan und Qingcheng-Gebirge: Der perfekte Tagesausflug ab Chengdu

Nur fünfzig Kilometer nordwestlich von Chengdu, der pulsierenden Hauptstadt der Provinz Sichuan, liegen zwei der bedeutendsten Kultur- und Naturdenkmäler Chinas: das antike Dujiangyan-Bewässerungssystem und die nebelverhangenen grünen Gipfel des Qingcheng-Gebirges. Zusammen bilden sie als gemeinsames UNESCO-Weltkulturerbe eine vollendete Harmonie aus historischer Ingenieurskunst und daoistischer Naturphilosophie.

Im Jahr 256 v. Chr. ohne einen einzigen Staudamm errichtet, ist Dujiangyan das älteste noch funktionierende wasserbauliche Großprojekt der Menschheit. Es verwandelte das einst überschwemmungsgefährdete Chengdu-Becken in das fruchtbare „Land des Überflusses“ (Tianfu Zhi Guo, 天府之国). Direkt daneben erhebt sich der Qingcheng-Berg, eine der vier heiligen Geburtsstätten des religiösen Daoismus. Dank schneller Nahverkehrszüge, die das Zentrum von Chengdu in unter dreißig Minuten anbinden, ist diese Kombination der perfekte Tagesausflug im Südwesten Chinas.

Wichtige Fakten: Dujiangyan & Qingcheng-Berg

Bahnsteiggleicher Umstieg: Nehmen Sie die Chengdu U-Bahn-Linie 2 bis zur Endstation Xipu (犀浦站). Dort steigen Sie auf demselben Bahnsteig direkt in die C-Schnellzüge um; Fahrzeit nach Dujiangyan ca. 20 Minuten für 10 RMB.
Beide Highlights an 1 Tag: Vormittags Dujiangyan erkunden (08:30–12:00 Uhr), mittags per Taxi zum Vorderen Qingcheng-Berg und nachmittags Tempel und Seilbahn genießen.
Seilbahn und Fähre: Am Vorderen Qingcheng-Berg spart die Elektrofähre auf dem Yuecheng-See (5 RMB) in Kombination mit der Seilbahn (35 RMB) mühsame zwei Stunden Steilaufstieg.
Eintrittspreise: Dujiangyan 80 RMB; Vorderer Qingcheng-Berg 80 RMB. Reservieren Sie bequem mit Reisepass auf Trip.com.

1. Anreise: Der bahnsteiggleiche Umstiegs-Geheimtipp am Bahnhof Xipu

Die schnellste und bequemste Verbindung von Chengdu nach Dujiangyan und zum Qingcheng-Berg ist die Chengdu-Dujiangyan-Intercity-Bahn (C-Züge, Cheng-Du Chengji Tielu).

Statt von den überfüllten Hauptbahnhöfen im Stadtzentrum abzufahren, nutzen Sie den Bahnhof Xipu (犀浦站) im Nordwesten Chengdus:

Der nahtlose bahnsteiggleiche Umstieg: Xipu ist Chinas erster intermodaler Verkehrsknotenpunkt mit niveaugleichem Übergang zwischen U-Bahn und Schnellzug. Nehmen Sie die Chengdu Metro Linie 2 bis zur Endstation Xipu. Wenn Sie den U-Bahn-Zug verlassen, liegt das Gleis der Hochgeschwindigkeitsbahn direkt auf der gegenüberliegenden Seite desselben Mittelbahnsteigs. Sie scannen lediglich Ihren Reisepass an den Kontrollschranken in der Mitte des Bahnsteigs, ohne das Bahnhofsgebäude verlassen zu müssen.

Taktung und Fahrzeiten: C-Züge fahren ab Xipu den ganzen Tag über alle 15 bis 30 Minuten. Die Fahrt zur Station Lidui Park (Lidui Gongyuan, 离堆公园站 – die nächstgelegene Station zum Haupteingang von Dujiangyan) dauert lediglich 20 Minuten und kostet 10 RMB. Weiter zum Bahnhof Qingchengshan (Qingchengshan, 青城山站) sind es nur weitere 10 Minuten (insgesamt 15 RMB).

Buchen Sie Ihre C-Zug-Tickets im Voraus über 12306 oder Trip.com, da Wochenendzüge bei Einheimischen sehr beliebt sind.

Moosbedeckter historischer Holzpavillon eines daoistischen Tempels im Bambuswald am Qingcheng-Berg

2. Vormittag: Das geniale Dujiangyan-Bewässerungssystem

Kommen Sie bis spätestens 08:30 Uhr am Parkeingang Dujiangyan an, um vor den großen Busgruppen einzutreffen. Durch das Südtor gelangen Sie direkt an die historischen Wasserwege, die den reißenden Min-Fluss (Min Jiang) zähmten – einen mächtigen Gletscherfluss aus dem tibetischen Hochland.

Im Jahr 256 v. Chr. entwickelten der Qin-Gouverneur Li Bing und sein Sohn ein ökologisches Konstruktionsprinzip, das katastrophale Überschwemmungen verhinderte und Felder bewässerte, ohne den Fluss durch eine feste Staumauer abzusperren. Das System basiert auf drei genialen Kernbauwerken:

1. Fischmaul-Teilungsdamm (Yuzui, 鱼嘴): Ein langgestreckter Damm mitten im Flusslauf, der den Min-Fluss in einen inneren und einen äußeren Kanal teilt. Im trockenen Frühjahr leitet die hydrodynamische Kurve automatisch 60 Prozent des Wassers in den inneren Bewässerungskanal. Bei verheerendem Sommerhochwasser kehrt sich das Verhältnis um: Der höhere Wasserstand spült 60 Prozent der Fluten in den Hauptstrom ab und schützt das Umland.

2. Fliegender Sand-Überlauf (Feishayan, 飞沙堰): Ein niedriges Wehr, das die Zentrifugalkraft der Wasserwirbel nutzt. Strömt das Hochwasser an der Kurve vorbei, schleudert die Strömung 85 Prozent des schweren Kieses und Sandes über das Wehr in den Hauptfluss und verhindert so das Versanden der Kanäle.

3. Flaschenhals-Schlucht (Baopingkou, 宝瓶口): Ein schmaler Kanal, der mit antiken Feuersprengmethoden durch den harten Felsen geschlagen wurde. Er wirkt wie ein natürliches Drosselventil, das die Wassermenge in die Chengdu-Ebene dosiert und konstanten Druck sichert.

Überqueren Sie die 320 Meter lange schwankende Anlan-Hängebrücke über dem tosenden Fluss und steigen Sie zum Erwang-Tempel (Zwei-Könige-Tempel) hinauf, der einen weiten Panoramablick über das gesamte Wasserbauwerk bietet.

3. Nachmittag: Der heilige Qingcheng-Berg (Vorderer Berg)

Nach einem schnellen Mittagessen mit Dujiangyan-Kaltschalen oder Teigtaschen außerhalb des Parks nehmen Sie ein Taxi oder DiDi (ca. 15 Minuten, 20–25 RMB) zum Vorderen Qingcheng-Berg (Qingchengshan Qianshan, 青城山前山).

Der Qingcheng-Berg wird in der chinesischen Literatur als „Einsamste und Ruhigste unter dem Himmel“ (Qingcheng Tianxia You) gepriesen. Immergrüne subtropische Zedern, Bambushaine und moosbedeckte Holzpavillons prägen die Hänge. Im zweiten Jahrhundert n. Chr. gründete Meister Zhang Daoling hier den religiösen Daoismus.

So erleben Sie den Berg in vier entspannten Stunden:

Schritt 1: Vom Jianfu-Palast zum Yuecheng-See. Passieren Sie das hölzerne Eingangstor und besichtigen Sie den Jianfu-Palast mit seinen Bonsaigärten. Wandern Sie danach 15 Minuten entlang von Gebirgsbächen zum smaragdgrünen Yuecheng-See.

Schritt 2: Elektrofähre und Seilbahn. Überqueren Sie den See mit der leisen Holzfähre (5 RMB, 3 Min.). Direkt am Anleger beginnt die Seilbahn, die in zehn Minuten über tiefe Waldschluchten zur Schulter des Berges schwebt (35 RMB Einzelfahrt), wodurch Sie zwei Stunden mühsamen Steinstufen-Aufstieg einsparen.

Schritt 3: Shangqing-Palast und Laojun-Pavillon. Wandern Sie von der Bergstation 20 Minuten schattige Steintreppen hinauf zum Shangqing-Palast (上清宫), wo der berühmte Maler Zhang Daqian in den 1940er-Jahren lebte. Steigen Sie die letzten Stufen zum Laojun-Pavillon (Laojun Ge) auf dem 1.260 Meter hohen Gipfel empor. Bei klarer Sicht reicht der Blick von den schneebedeckten tibetischen Bergen im Westen bis zur grünen Chengdu-Ebene im Osten.

Schritt 4: Der Abstieg. Schweben Sie mit der Seilbahn talwärts und wandern Sie entspannt bis 17:30 Uhr zum Haupteingang zurück.

Moderne Seilbahngondel gleitet über smaragdgrüne Schluchten hinauf zum Shangqing-Palast am Qingcheng-Berg

4. Vorderer Berg oder Hinterer Berg: Was sollten Sie wählen?

Erstbesucher stehen oft vor der Wahl zwischen Vorderem Berg (Qianshan) und Hinterem Berg (Houshan):

  • Vorderer Berg (Qianshan – 前山): 80 RMB Eintritt. Beherbergt alle berühmten historischen daoistischen Klöster, Pavillons, Seilbahnen und Gipfelaussichten. Wählen Sie den Vorderen Berg für einen klassischen Tagesausflug mit reicher Kultur und Geschichte.
  • Hinterer Berg (Houshan – 后山): 20 RMB Eintritt. Weiter westlich gelegen, bietet der Hintere Berg kaum historische Tempel, sondern wilde Schluchtenwanderungen über Holzstege, tosende Wasserfälle und Klammen. Dies erfordert eine ausgedehnte Ganztagestour von 6 bis 8 Stunden.

5. Rückkehr nach Chengdu und abendlicher Feuertopf

Vom Parkplatz des Vorderen Berges nehmen Sie ein kurzes Taxi (5 Minuten) zum Bahnhof Qingchengshan. Steigen Sie in den abendlichen C-Zug, der Sie in 30 Minuten nach Xipu oder direkt zum Hauptbahnhof Chengdu bringt.

Gegen 19:00 Uhr sind Sie zurück im Zentrum von Chengdu – pünktlich, um den erlebnisreichen Tag in den stimmungsvollen Gassen von Kuanzhai Xiangzi bei einem dampfenden Sichuan-Feuertopf ausklingen zu lassen.

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