Shaanxi Reiseführer: Terrakotta-Armee, die Kaiserstadt Xi’an und der heilige Huashan

Traditionelle chinesische Landschaftsmalerei - Shaanxi Reiseführer

Shaanxi Reiseführer

Die Wiege der chinesischen Zivilisation und der östliche Beginn der Seidenstraße

Die nordwestliche Provinz Shaanxi ist das historische Herzland Chinas. Dreizehn kaiserliche Dynastien – darunter die mächtigen Epochen der Zhou, Qin, Han und Tang – wählten die Provinzhauptstadt Xi’an (ehemals Chang’an) über mehr als ein Jahrtausend zu ihrem Regierungssitz. Als östlicher Ausgangspunkt der antiken Seidenstraße verschmolzen hier Kulturen, Religionen und Handelskarawanen. Mit der weltberühmten Terrakotta-Armee, der am besten erhaltenen Stadtmauer Chinas und den atemberaubenden Felswänden des Huashan ist Shaanxi ein Muss für jeden Kulturreisenden.

Wichtige Eckdaten für Ihre Reise nach Shaanxi

Beste Reisezeit: Frühling (April bis Mai) und Herbst (September bis Oktober) mit mildem, trockenem Wetter.
Visafreier Transit: 144 Stunden visafreier Aufenthalt über den internationalen Flughafen Xi’an Xianyang (XIY).
Verkehrsknotenpunkt: Hochgeschwindigkeitszüge verbinden Xi’an in 4,5 Stunden mit Peking und in 3,5 Stunden mit Chengdu.
Kulinarisches Symbol: Roujiamo (chinesischer Burger) und handgezogene, breite Biangbiang-Nudeln.

1. Das achte Weltwunder: Die Terrakotta-Armee

Rund 40 Kilometer östlich von Xi’an liegt eine der spektakulärsten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts: die Terrakotta-Armee des ersten Kaisers Qin Shi Huang. Über 8.000 lebensgroße Krieger, Streitwagen und Pferde aus Ton bewachten über 2.200 Jahre lang unentdeckt das Grab des Einigers von China. Das Faszinierende: Keine zwei Gesichter gleichen sich; jede Figur besitzt individuelle Gesichtszüge, Frisuren und Rüstungsdetails. Ein Besuch der Ausgrabungsgruben 1, 2 und 3 gewährt unvergessliche Einblicke in die kaiserliche Militärmacht des antiken China.

2. Xi’an: Antike Stadtmauer und das Muslimische Viertel

Im Stadtzentrum von Xi’an umschließt die monumentale Ming-Stadtmauer auf einer Länge von 13,7 Kilometern die historische Altstadt. Mit einer Breite von 12 bis 14 Metern ist sie vollkommen intakt; das Mieten eines Fahrrads auf der Mauerkrone bei Sonnenuntergang gehört zu den beliebtesten Aktivitäten internationaler Gäste.

Gleich hinter dem Trommelturm pulsiert das Muslimische Viertel (Huimin Jie). In den engen Gassen der Hui-Minderheit duftet es nach gebratenem Lammfleisch, geröstetem Sesam und Kardamom. Hier liegt auch die Große Moschee von Xi’an aus dem 8. Jahrhundert, die islamische Glaubenselemente meisterhaft mit klassischer chinesischer Garten- und Holzarchitektur verschmilzt.

3. Der heilige Berg Huashan: Chinas spektakulärster Felsgrat

Nur rund 30 Minuten Bahnfahrt von Xi’an entfernt ragen die schneeweißen Granitwände des Huashan empor, einer der fünf heiligen taoistischen Berge Chinas. Berühmt für seine fast senkrechten Abgründe, Seilbahnen über tiefe Schluchten und den legendären Plank Walk in the Sky – einen schmalen Holzsteg an einer vertikalen Felswand in über 2.000 Metern Höhe – ist der Huashan ein unvergessliches Abenteuer für schwindelfreie Wanderer.

4. Deftige Köstlichkeiten aus Shaanxi

Die Küche von Shaanxi ist berühmt für meisterhafte Teigwaren, zartes Lamm- und Rindfleisch sowie kräftige Essignoten:

  • Roujiamo: Ein im Ofen gebackenes knuspriges Fladenbrot, gefüllt mit stundenlang saftig geschmortem, fein gehacktem Schweine- oder Rindfleisch.
  • Biangbiang-Nudeln: Breite, dicke Weizennudeln in Gürtelform, serviert mit Chiliöl, gehacktem Knoblauch, Frühlingszwiebeln und reifem Shanxi-Essig.
  • Yangrou Paomo: Kräftige Lammsuppe, in die der Gast vor dem Servieren ein festes Fladenbrot mit den Händen in erbsengroße Stücke zerkrümelt.
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