Jiuzhaigou Nationalpark: Reiseführer zu den bunten Seen und Wasserfällen

Willkommen im Jiuzhaigou-Nationalpark (九寨沟), einer der spektakulärsten UNESCO-Welterbestätten der chinesischen Provinz Sichuan. Völlig zu Recht trägt dieses Tal den Beinamen „Märchenwelt auf Erden“. Sein Name bedeutet übersetzt „Tal der neun Dörfer“ und geht auf die neun historischen tibetischen Siedlungen zurück, die seit Generationen in tiefer Harmonie mit der Natur leben.

Kristallklare Seen in schillernden Türkis- und Smaragdtönen, rauschende Travertin-Wasserfälle, dichte Bergurwälder und schneebedeckte Gipfel des Min-Gebirges fügen sich zu einer Kulisse zusammen, die weltweit ihresgleichen sucht. Ein chinesisches Sprichwort besagt nicht umsonst: „Wer das Wasser von Jiuzhaigou gesehen hat, für den verliert jedes andere Gewässer seinen Reiz.“

Die beste Reisezeit für Jiuzhaigou

Die Schönheit des Tals wandelt sich im Rhythmus der vier Jahreszeiten:

  • Frühling (April bis Juni): Das Eis schmilzt, Wildblumen säumen die Ufer und das frische Grün der Bäume erwacht. Die Besucherzahlen sind moderat, was ein besonders ruhiges Naturerlebnis ermöglicht.
  • Sommer (Juli bis August): Die Seen führen ihren höchsten Wasserstand und strahlen in intensivem Blau. Die Wasserfälle erreichen ihre maximale Kraft. Dies ist eine willkommene Abkühlung zur Sommerhitze, aber auch eine beliebte Reisezeit für Familien.
  • Herbst (September bis November): Der unbestrittene Höhepunkt des Jahres. Mitte Oktober bis Anfang November explodieren die Wälder in einem Feuerwerk aus Gold, Karminrot und Bernstein, das sich makellos in den spiegelglatten Seen bricht.
  • Winter (Dezember bis März): Das Tal verwandelt sich in ein friedvolles Wintermärchen. Wasserfälle frieren zu bizarren Eisskulpturen ein und die Schneelandschaft strahlt erhabene Stille aus. Zudem gelten günstigere Nebensaisontarife.

Anreise: Schneller denn je per Hochgeschwindigkeitszug

Die Anbindung nach Jiuzhaigou hat sich durch den Ausbau der Schieneninfrastruktur grundlegend verändert. Während früher eine mühsame zehnstündige Busfahrt über Bergpässe nötig war, verbindet heute ein moderner Schnellzug den Bahnhof Chengdu mit dem Bahnhof Huanglong-Jiuzhai in unter zwei Stunden. Von dort bringen Shuttlebusse und Taxis Reisende in rund anderthalb Stunden direkt zum Parkeingang.

Die drei Haupttäler im Park: Shuzheng, Rize und Zechawa

Der Park bildet die Form eines gigantischen Buchstabens Y, dessen drei Täler durch ein umweltfreundliches Shuttlebussystem erschlossen werden:

  • Rize-Tal (日则沟): Der landschaftliche Prachtabschnitt. Hier liegen der berühmte Fünf-Blumen-See (Wuhua Hai), dessen seichtes Becken in schillernden Farben leuchtet, sowie der spektakuläre Perlenschwall-Wasserfall (Zhenzhutan).
  • Zechawa-Tal (则查洼沟): Das höchstgelegene Tal. Es beherbergt den Langen See (Chang Hai), der wie ein blaues Juwel vor schneebedeckten Viertausendern liegt, und den tiefblauen Fünf-Farben-Teich (Wucai Chi).
  • Shuzheng-Tal (树正沟): Das Eingangstal mit rund vierzig Prozent aller Seen des Parks, darunter die kaskadenartigen Shuzheng-Seen und der gewaltige Nuorilang-Wasserfall, das Herzstück des Parks.

Wichtige Praxistipps vor Ort

Buchen Sie Ihre Eintrittskarten unbedingt im Voraus online mit Ihrem Reisepass, da die tägliche Besucherzahl reglementiert ist. Da der Park auf einer Höhe zwischen zweitausend und über dreitausend Metern liegt, empfiehlt es sich, am ersten Tag reichlich warmes Wasser zu trinken, feste Wanderschuhe anzuziehen und sich im Zwiebellook zu kleiden, da die Morgentemperaturen im Hochgebirge empfindlich frisch sein können.

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