Wo Verhandeln Pflicht ist und wo Festpreise gelten
Die Suche nach authentischen Reiseandenken ist in China ein faszinierendes Abenteuer. Von handbemalten Fächern über filigrane Teekannen bis hin zu schwerer Maulbeerseide bietet das Land eine unvergleichliche Handwerkstradition.
Bevor Sie jedoch in Verhandlungen einsteigen, müssen Sie die Spielregeln des jeweiligen Ortes kennen: In Einkaufszentren, Supermärkten, offiziellen Buchhandlungen und Museumsshops herrschen ausnahmslos unantastbare Festpreise. Auf Touristenmärkten, in Souvenirgassen und auf Trödelmärkten hingegen gehört das Verhandeln zum guten Ton.
Die fünf goldenen Regeln des respektvollen und erfolgreichen Feilschens
Erfolgreiches Feilschen ist kein aggressiver Streit, sondern ein spielerischer sozialer Austausch. Starten Sie bei völlig überzogenen Einstiegsforderungen von Straßenhändlern mit einem Gegenangebot von etwa 30 bis 50 Prozent des genannten Preises.

Tippen Sie Ihre Zahl einfach in den Taschenrechner Ihres Smartphones. Bleiben Sie stets lächelnd und freundlich. Die mächtigste Geheimwaffe bleibt der sogenannte Walk-away: Wenn Sie sich langsam umdrehen und weitergehen, ruft der Händler Ihnen fast immer den gewünschten Kompromisspreis hinterher.
Echte Seide erkennen und synthetische Polyester-Fallen meiden
Chinesische Seide (Sichou) zählt zu den beliebtesten Souvenirs, doch viele Stände verkaufen billiges Kunstfaser-Polyester als edle Maulbeerseide. Echte Seide fühlt sich bei Berührung sofort warm und geschmeidig an, während Synthetik kühl und rutschig wirkt.
Ein sicherer Nachweis ist die Brennprobe an einem winzigen lose hängenden Faden: Echte Naturseide verbrennt langsam mit dem Geruch von verbranntem Haar und hinterlässt zerreibbare schwarze Asche; Kunstfaser schmilzt hingegen rasch zu einer harten Plastikkugel.
Kalligrafie, Fächer und Teegeschirr: Die besten Mitbringsel
Zu den schönsten und leicht transportierbaren Geschenken gehören handgeschriebene Kalligrafie-Rollen, fein geschnittene Papierschnitte (Jianzhi) und handgefertigte Bambusfächer. Auch Teegeschirr aus Steingut oder Cloisonné-Emaille-Dosen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Verzichten Sie hingegen auf den Kauf teurer ‚antiker‘ Jadestatuen oder Münzen auf Straßenmärkten: Zu 99 Prozent handelt es sich um künstlich gealterte Nachbildungen aus Harz oder gepresstem Pulver.
Antiquitäten und Zollrecht: Was Sie legal ausführen dürfen
Achten Sie beim Kauf von Kunstgegenständen penibel auf die chinesischen Denkmalschutzgesetze. Gegenstände, die vor 1949 hergestellt wurden, gelten als geschütztes Kulturgut und dürfen ohne offizielle Genehmigung und rotes Wachssiegel der Kulturbehörde keinesfalls außer Landes gebracht werden.
Bewahren Sie alle Kaufbelege sorgfältig auf und beachten Sie bei der Rückreise nach Europa die Freigrenzen des Zolls für zoll- und einfuhrumsatzsteuerfreie Souvenirkäufe.
